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Miss Marple – eine etwas andere Detektivin

Erfunden wurde sie von Agatha Christie, die ältliche Jungfer, die so manches Rätsel löst und dabei verschmitzt grinst. Miss Marple ist liebenswert, ein wenig schrullig, eigentlich eine Großmutter aus dem Bilderbuch, wäre da nicht ihr wacher Verstand, mit dem die englische Lady selbst der Polizei den Weg weist. Bedenkt man, dass Agatha Christie die Romanfigur Miss Marple zu Zeiten erfand, als er noch gar nicht so selbstverständlich war, dass eine Frau emanzipiert und eigenständig denkt, lebt und handelt, so kann man den Erfolg von Christies Protagonistin kaum nachvollziehen.

Verständlicher sind da schon die fast legendären Miss-Marple-Filme der 60er Jahre, die der Romanfigur Ausdruck gaben – und mit Margret Rutherford als Darstellerin von Miss Marple der Hobbydetektivin ein Gesicht und Charakter gaben. Die vier Filme „Der Wachsblumenstrauß“, „16.50 Uhr ab Paddington“, „Vier Frauen und ein Mord“ und auch „Mörder ahoi“ gelten auch heute noch als amüsante Filme ungeschlagener Popularität. Kein Wunder, denn Margret Rutherford, bei Filmbeginn immerhin bereits 69 Jahre alt, verlieh Miss Marple ihr besonderes Auftreten und ihre enorme Ausstrahlung, die unübertroffen bleibt.

Agatha Christie war übrigens ganz und gar nicht der Meinung, dass Margret Rutherford die Idealbesetzung der Miss Marple war, sie bevorzugte eine damenhaftere, zurückhaltendere und vor allem kleinere und schmalere Darstellerin. Auch Miss Marples Begleiter in den vier Filmen, Mr. Stringer, ist in keinem Buch von Agatha Christie zu erfinden. Seine Rolle wurde auf Wunsch von Margret Rutherford in die Filme geschrieben, denn diese wollte nicht ohne ihren Ehemann auftreten – und setzte sich glücklicherweise durch, denn ohne Stringer Davis, so Mr. Stringers realer Name, würde den ungewöhnlichen Detektivgeschichten ein überaus charmantes Detail fehlen.

Nein, dem eigentlichen Berufsbild des Detektivs entspricht Miss Marple weder in Buch noch Film – einerseits, denn auf der anderen Seite verfügt sie über eine glänzende Beobachtungsgabe, merkt sich jeden Detail und setzt jede kleinste Kleinigkeit zu einem großen Puzzle zusammen – vielleicht ist Miss Marple doch das heimliche Vorbild so mancher Hamburger Detektei oder gar von einer Detektei Bielefeld?

« Was macht einen guten Texter aus? – Womit man Kindern eine Freude machen kann »

Autor:
Trinity
Datum:
22. Februar 2012 um 14:50
Category:
Allgemein
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